Motion Design 2025/2026 – Tools, Trends & Strategien
Wie alle Branchen befindet sich auch die Video-Branche in einem Umbruch. Neue Anforderungen, neue Kommunikationskanäle und technischer Fortschritt sorgen für viel Veränderung. Da kann es schwierig sein den Überblick zu behalten. Aber zu Glück gibt es School of Motion mit ihrem jährlichen Videopodcast der viele Änderungen der Branche zusammenfasst.
In dem über 10-stündigen „Year in Review“-Podcast von School of Motion diskutieren Joey Korenman, EJ Hassenfratz und Ryan Sommers über die drastischen Veränderungen des letzten Jahres. Hier findest du unserer Meinung nach die relevantesten Punkte des Video (siehe komplettes 10-Stunden Video am Ende des Videos).
1. Die Identitätskrise: Was ist Motion Design heute?
Die Experten stellen fest, dass der Begriff „Motion Graphics“ fast schon veraltet wirkt. Früher war die Definition klar: Man nutzte After Effects für Werbung oder TV-Grafiken. Heute hat sich das Feld massiv ausgeweitet:
- Expansion des Marktes: Motion Design findet heute überall statt – von der iPhone-App-Interaktion über Web-Erlebnisse bis hin zu VR/AR.
- Neue Generation: Es drängen Künstler in die Branche, die den Begriff „Mograph“ gar nicht mehr kennen und für die Branchen-Ikonen wie Andrew Kramer keine festen Begriffe mehr sind.
- Vom Video zum Erlebnis: John Lepore betont, dass Motion Design heute eine Disziplin ist, die Typografie, Datenvisualisierung und Layout in Bewegung versetzt, um Erlebnisse zu schaffen, statt nur lineare Videos.
2. After Effects: Das „Hacking“ einer Legende
After Effects bleibt das Herzstück, aber die Art der Nutzung ändert sich grundlegend.
- Die 3D-Integration: Das größte Update ist der native Import von 3D-Modellen inklusive Animationen, Kameras und Lichtern. Joey Korenman bezeichnet dies als „Gamechanger“, da es den Workflow zwischen 2D und 3D massiv beschleunigt.
- Hacken statt Nutzen: Es wird diskutiert, wie Künstler AE seit Jahrzehnten „hacken“, um Dinge zu tun, für die es nie gebaut wurde (z.B. komplexe Zell-Animationen über Fractal Noise).
- Substance-Tools: Die neuen parametrischen Materialien und 3D-Primitive aus dem Adobe Substance-Ökosystem machen AE zu einem hybriden Kraftpaket, auch wenn es sich noch in der Entwicklung befindet.
3. Figma: UX & Produktdesign
Figma ist im Motion-Bereich „on our minds“, weil die Grenze zwischen Interface-Design und Bewegung verschwindet.
- Product Motion: Motion Designer werden immer häufiger in UX-Teams integriert, um „Micro-Interactions“ zu gestalten.
- Workflow-Hub: Figma dient als Startpunkt für Designs, die später in Tools wie Rive oder After Effects zum Leben erweckt werden.
4. Affinity: Konkurrenz für das Adobe?
Die Übernahme von Affinity durch Canva hat die Diskussion um den „Adobe Killer“ neu entfacht.
- Preismodell vs. Abo: Affinity punktet weiterhin bei Freelancern durch das Einmalkauf-Modell.
- Profi-Anspruch: Es wird debattiert, ob Affinity technisch bereit ist, Adobe in großen Studio-Pipelines zu ersetzen. Bisher bleibt es eine starke Alternative für Einzelkämpfer, gewinnt aber durch Canvas Ressourcen an strategischem Gewicht.
5. Rive: Warum alle es lieben
Rive wird als eines der spannendsten Tools gefeiert, da es ein fundamentales Problem löst: Performance.
- Echtzeit-Vektoren: Im Gegensatz zu Lottie-Files, die oft schwerfällig sein können, bietet Rive eine State-Machine, mit der Animationen interaktiv auf Benutzereingaben reagieren können.
- Effizienz: Die extrem kleinen Dateigrößen machen es zum Goldstandard für App-Animationen und Web-Interaktionen.
6. Blender: Die Evolution der Zugänglichkeit
Blender hat sein „Nischen-Dasein“ längst verlassen.
- Einstiegshürden: EJ Hassenfratz erklärt, dass Blender heute (v5.x/v4.x) wesentlich logischer aufgebaut ist als noch vor 10 Jahren.
- Geometry Nodes: Diese ermöglichen prozedurale Animationen, die früher nur in teurer Software wie Houdini möglich waren. Blender ist heute ein vollwertiges Profi-Tool für Motion Design.
7. Nomad Sculpt: Mobiles 3D Sculpting
Nomad Sculpt hat das 3D-Modellieren auf das iPad gebracht und damit den Workflow „befreit“.
- High-End auf Mobile: Die App erlaubt Sculpting mit Millionen von Polygonen auf einem mobilen Endgerät, was früher undenkbar war.
- Hybrid-Workflows: Künstler modellieren unterwegs in Nomad und exportieren die Assets für das Rigging und Rendering nach Blender oder C4D.
8. Die ehrliche KI-Konversation
KI wird nicht mehr als „Spielerei“, sondern als Werkzeug für Profis diskutiert.
- Kein Ersatz für Können: Die Experten stellen klar: Ein reiner „KI-Prompter“ ohne Ahnung von Kamera, Licht und Design wird keine Jobs in High-End-Produktionen bekommen.
- Effizienz-Grind: KI wird 2026 als „Grinding Year“ gesehen – sie hilft, mit weniger Ressourcen mehr Output zu generieren, da Budgets knapper werden.
- Komplexe Produktion: Das Wissen darüber, wie eine Kamera im Raum funktioniert, bleibt die wichtigste Qualifikation, um KI-Tools professionell zu steuern.
Fazit
Die Software wird einfacher, aber der Job wird komplexer. Es reicht nicht mehr, ein Tool zu beherrschen. Die Zukunft gehört den Designern, die über verschiedene Plattformen (2D, 3D, Interaktiv, KI) hinweg denken können.
Möchtest du mehr über die einzelnen Tools erfahren? Schau dir das vollständige Video an:
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